Arbeitsplatz-Ergonomie: Was Schweizer Arbeitgeber gesetzlich gewährleisten müssen
Ergonomische Arbeitsplätze sind in der Schweiz nicht nur ein betriebliches Gesundheitsangebot – sie basieren größtenteils auf gesetzlichen Verpflichtungen. Gemäß dem Schweizer Arbeitsgesetz und den dazugehörigen Verordnungen müssen Arbeitgeber Arbeitsplätze bereitstellen, die die Gesundheit ihrer Beschäftigten schützen, einschließlich deren körperlichem Komfort und Körperhaltung. Für Bürobetriebe betrifft dies alles von der Ausstattung mit Schreibtischen und Stühlen bis hin zu Beleuchtung, Temperatur und Luftqualität.
Dieser Leitfaden gibt einen Überblick darüber, was das Schweizer Recht über Arbeitsplatzergonomie aussagt, was das im Büroalltag bedeutet und welche praktischen Schritte Arbeitgeber unternehmen können, um die Vorschriften einzuhalten und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter zu fördern.
Dieser Artikel dient allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Bei konkreten Fragen zur Einhaltung der Vorschriften wenden Sie sich bitte an das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Ihre kantonale Arbeitsinspektion oder einen qualifizierten Berater für Arbeitsschutz und Sicherheit.
Was das Schweizer Recht zur Arbeitsplatz-Ergonomie sagt
Die rechtliche Grundlage bildet das Arbeitsgesetz (ArG) und die dazugehörigen Verordnungen, die Arbeitgeber verpflichten, alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit ihrer Beschäftigten zu ergreifen, „soweit dies nach dem Stand der Technik angemessen ist“. Diese allgemeine Sorgfaltspflicht erstreckt sich auf:
- Anordnung und Abmessungen der Arbeitsplätze
- Den Mitarbeitern werden Möbel und Ausrüstung zur Verfügung gestellt.
- Umweltbedingungen wie Beleuchtung, Temperatur, Lärm und Luftqualität
Anstelle eines einzigen „Ergonomiegesetzes“ sind diese Anforderungen über das Arbeitsgesetz, seine Verordnungen (insbesondere Verordnung 3, ArGV 3, zum Gesundheitsschutz) und die von SECO herausgegebenen Leitlinien verteilt, die diese Pflichten für Arbeitgeber interpretieren und in die Praxis umsetzen.
ArGV 3 und SECO-Leitlinien: Was sie in der Praxis bedeuten
ArGV 3 legt die Anforderungen an den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz fest und umfasst Bereiche wie Raumgröße, Klima, Beleuchtung und die Gestaltung von Arbeitsplätzen. SECO veröffentlicht detailliertere Erläuterungen und Checklisten, die Arbeitgebern helfen, diese allgemeinen rechtlichen Anforderungen in konkrete Arbeitsplatzstandards umzusetzen.
In der Praxis befasst sich diese Richtlinie mit folgenden Punkten:
- Mindestmaße an Platz und Bewegungsfreiheit um Schreibtische und Arbeitsplätze herum.
- Anforderungen an natürliches Licht und Aussicht nach draußen, soweit dies vernünftigerweise möglich ist
- Normen für die für die Aufgabe angemessenen künstlichen Beleuchtungsstärken
- Akzeptable Bereiche für Raumtemperatur und Luftqualität
- Berücksichtigung des Lärmpegels in offenen und gemeinsam genutzten Räumen
Von Arbeitgebern wird erwartet, dass sie diese Richtlinien bei der Einrichtung oder Renovierung von Büroräumen verwenden, und die Arbeitsinspektionen können sie bei der Beurteilung der Einhaltung heranziehen.
Ergonomische Anforderungen an Bildschirmarbeitsplätze
Da ein Großteil der Büroarbeit die Nutzung von Computern beinhaltet, erfahren bildschirmbasierte Arbeitsplätze (VDU) besondere Aufmerksamkeit. Zu den wichtigsten ergonomischen Prinzipien gehören:
- Schreibtischhöhe und -tiefe: ausreichend Fläche für Bildschirm, Tastatur und Dokumente, mit der Möglichkeit zur Höhenverstellung für unterschiedliche Nutzer
- Stuhldesign: Höhenverstellbare Rückenlehne und Armlehnen zur Unterstützung einer neutralen Sitzhaltung
- Screen positioning: top of the screen at or slightly below eye level, at a comfortable viewing distance, with the screen perpendicular to windows to reduce glare
- Positionierung von Tastatur und Maus: Die Unterarme können entspannt und annähernd horizontal ruhen.
Wo Mitarbeiter an höhenverstellbaren Schreibtischen arbeiten, gilt die Möglichkeit, zwischen Sitzen und Stehen zu wechseln, zunehmend als gute Praxis und unterstützt das übergeordnete Ziel, längere statische Körperhaltungen zu reduzieren.
Beleuchtungs-, Temperatur- und Luftqualitätsstandards
Neben der Gestaltung von Schreibtisch und Stuhl spielt die gesamte physische Umgebung eine wichtige Rolle für Komfort und Gesundheit:
- Beleuchtung: ausreichende, blendfreie Beleuchtung, geeignet für Bildschirmarbeit, mit möglichst viel Tageslicht.
- Temperatur: Die Innentemperaturen werden unter Berücksichtigung der Jahreszeit und des Aktivitätsniveaus in einem angenehmen Arbeitsbereich gehalten.
- Luftqualität: ausreichende Belüftung und Frischluftzufuhr, insbesondere in dicht belegten Büros
Diese Umweltfaktoren interagieren direkt mit der Ergonomie – beispielsweise kann schlechte Beleuchtung dazu führen, dass sich die Mitarbeiter zu den Bildschirmen hinwenden, und unangenehme Temperaturen können dazu führen, dass Menschen unbequeme Körperhaltungen einnehmen, um sich warm oder kühl zu halten.
Stehpulte, verstellbare Stühle und die Pflichten des Arbeitgebers
Swiss guidance places particular emphasis on adjustability, since no single desk or chair setting suits every employee. In practice, this means:
- Die Stühle sind in Höhe, Rückenlehnenwinkel und idealerweise auch in Armlehnen verstellbar, sodass jeder Mitarbeiter eine bequeme Sitzposition finden kann.
- Schreibtische ermöglichen die korrekte Positionierung von Ellbogen und Handgelenk für den Benutzer.
- Wo lange Bildschirmarbeit die Norm ist, werden zunehmend höhenverstellbare (Steh-Sitz-)Schreibtische bereitgestellt, damit die Mitarbeiter zwischen Sitzen und Stehen wechseln können.
- Zubehör wie Monitorarme, Fußstützen und externe Tastaturen werden bei Bedarf zur Unterstützung einer korrekten Körperhaltung bereitgestellt.
Die Bereitstellung verstellbarer Möbel ist nur ein Teil der Aufgabe – Arbeitgeber haben auch die fortlaufende Pflicht, sicherzustellen, dass die Möbel in einem guten Betriebszustand bleiben und dass die Arbeitnehmer wissen, wie sie diese für ihre eigenen Bedürfnisse richtig einstellen können.
Wie eine Ergonomieanalyse funktioniert
Für Unternehmen, die sich nicht sicher sind, ob ihre Büroräume den aktuellen ergonomischen Standards entsprechen, ist eine strukturierte Ergonomieanalyse ein praktischer Weg, um Lücken zu identifizieren. Eine typische Analyse umfasst:
- Rundgang und Beobachtung – Überprüfung der gesamten Büroaufteilung, Beleuchtung, Temperatur und Geräuschkulisse
- Überprüfung der einzelnen Arbeitsplätze – Beurteilung der Verstellbarkeit von Schreibtisch und Stuhl, der Bildschirmpositionierung und der Platzierung der Geräte für repräsentative Mitarbeiter
- Umgebungsmessungen – gegebenenfalls Überprüfung von Beleuchtungsstärke, Temperatur und Luftqualität im Vergleich zu empfohlenen Bereichen.
- Empfehlungen – ein Bericht, der alle festgestellten Probleme und praktische Schritte zu deren Behebung aufzeigt, priorisiert nach Dringlichkeit
Die Beurteilungen können intern von geschultem Personal für kleinere Büros oder von einem externen Spezialisten für Arbeitsschutz und Sicherheit für eine gründlichere, unabhängige Überprüfung durchgeführt werden – besonders nützlich bei der Planung eines Büroumzugs, einer Renovierung oder einer größeren Möbelanschaffung.
Praktische Schritte zur Verbesserung der Arbeitsplatz-Ergonomie in Ihrem Büro
Arbeitgeber müssen nicht ihr gesamtes Büro auf einmal umgestalten. Praktische, schrittweise Maßnahmen umfassen Folgendes:
- Überprüfung der vorhandenen Möbel und Identifizierung von Schreibtischen oder Stühlen, denen grundlegende Einstellmöglichkeiten fehlen
- Bereitstellung höhenverstellbarer Schreibtische oder Steh-Sitz-Optionen, zumindest für Mitarbeiter mit langen Bildschirmarbeitszeiten.
- Überprüfung der Beleuchtungsstärke und Reduzierung von Blendeffekten auf Bildschirmen, beispielsweise durch Neupositionierung der Monitore relativ zu den Fenstern
- Überprüfung der Belüftung und Temperaturregelung, insbesondere in dicht belegten Räumen oder Bereichen mit vielen Geräten.
- Die Mitarbeiter sollten darin geschult werden, ihre Arbeitsplätze richtig einzustellen, denn selbst gut gestaltete Möbel nützen nichts, wenn sie ungünstig positioniert sind.
- Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter und regelmäßige Arbeitsplatzanalysen sollten ergonomische Prüfungen beinhalten, damit sowohl neue als auch bestehende Mitarbeiter berücksichtigt werden.
Wie Tanance helfen kann
Wir von Tanance unterstützen Unternehmen in Zürich und in der ganzen Schweiz mit Gebäudemanagement- und Arbeitsplatzdienstleistungen, die zu einem gesünderen und komfortableren Büroumfeld beitragen. Unsere Dienstleistungen umfassen:
- Regelmäßige Büroreinigung und Hygienedienstleistungen
- Unterhaltsreinigung von Gebäuden
- Hygienedienstleistungen am Arbeitsplatz
- Maßgeschneiderte Wartungspläne für Unternehmen
Abschluss
Arbeitsplatzgestaltung in der Schweiz basiert auf verbindlichen gesetzlichen Vorgaben gemäß Arbeitsgesetz, ArGV 3 und den SECO-Richtlinien – und nicht nur auf bewährten Verfahren. Für Arbeitgeber bedeutet dies, auf die Verstellbarkeit von Schreibtisch und Stuhl, die Positionierung von Bildschirmen, Beleuchtung, Temperatur und Luftqualität zu achten und diese Faktoren regelmäßig zu überprüfen, insbesondere im Hinblick auf sich ändernde Teams und Bürolayouts. Ein strukturierter und kontinuierlicher Ansatz zur Arbeitsplatzgestaltung unterstützt sowohl die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen als auch ein gesünderes und produktiveres Arbeitsumfeld für die Beschäftigten.